Detox

Können wir unseren Körper entgiften?

Immer wieder ist es Thema – egal ob nach den Weihnachtsfeiertagen, im Frühling oder kurz vor Sommer. Die Gründe für’s „Entschlacken“ sind ganz unterschiedlich: manche wollen sich wieder fitter fühlen und von unnötigem Ballast befreien, manche wollen durch Detox-Kuren ein paar Kilos verlieren und für manche ist es eine Sache der Achtsamkeit, ein Fokus auf den eigenen Körper und die Gesundheit richten.

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Kein Wunder, dass wir immer wieder dem Trend folgen wollen. Entschlackungskuren versprechen uns ein neues Körpergefühl, weniger Müdigkeit und eine strahlende, glänzende Haut. Zudem klingt es ja verlockend, sich ab und an mal von den Giftstoffen zu trennen, die man so im Alltag aufnimmt.

 

Was kann Detox?

 

Der Begriff „Detox“ leitet sich vom englischen Wort „Detoxification“ ab und bedeutet so viel wie Entgiftung des Körpers. Ein Synonym zum „Entschlacken“, das einfach nicht so modern und trendy klingt.

 

In diesem Beitrag wollen wir euch ein paar wichtige Tipps geben und einen Überblick über die aktuellen Entschlackungs-Kuren geben!

 

Aktuelle Detox- und Entschlackungskuren

 

Wir sehen Detox als eine Unterkategorie des Fastens und konzentrieren uns darauf. Zum Thema Fasten wird es einen eigenen Beitrag geben.

 

Als Detox-Diäten verstehen sich alle Formen der Saftkuren. In der Regel werden nach einer Darmentleerung über mehrere Tage hinweg nur Wasser, Kräutertee sowie Obst- und Gemüsesäfte getrunken. Danach sollte man sich ballaststoffreich ernähren mit viel Gemüse, Obst und Rohkost.

(Quelle:www.gesundheit.gv.at)

 

Geht man im Internet auf die Suche, merkt man aber schnell, dass der Begriff „Detox“ relativ unklar definiert ist und es eine Reihe verschiedener Detox-Kuren gibt. Es gibt spezielle Detox-Tee’s, die man während einer Kur trinken sollte, es gibt des Begriff des Suppen-Fastens oder auch Detox-Ernährungspläne mit Obst, Gemüse sowie Smoothies.

 

Was sagt die Wissenschaft?

 

Noch immer ist nicht klar definiert, um welche Gifte es sich genau handelt und was der Begriff „Detox“ genau bezeichnet. Auch mit den „Schlacken“ ist das so eine Sache: das Wort „Schlacke“ stammt aus der Schwerindustrie und bezeichnet Rückstände aus Verbrennungs- und Metallverarbeitungsprozessen. Medizinisch gesehen gibt es „Schlacken“ im Körper gar nicht. Unklar ist außerdem, wie die Gifte durch eine Detox-Diät aus dem Körper entfernt werden.

Kurz gesagt: es gibt keine Studien, die den gesundheitlichen Vorteil von Detox-Kuren nachweisen.

 

Was wir jedoch wissen ist, dass der menschliche Körper von Natur aus verschiedene Giftstoffe abbauen kann. Unsere wichtigsten Entgiftungsorgane sind die Leber, die Niere und  der Darm. In der Leber werden giftige Stoffe umgewandelt und somit unschädlich gemacht, danach in den Blutkreislauf abgegeben und über die Niere oder über den Darm ausgeschieden.

(Quelle: www.gesundheit.gv.at/aktuelles/detox)

 

Bevor du eine Detox-Kur startest

 

Wenn du vorhast, eine Detox-Kur zu starten, möchten wir dir ein paar Tipps mit auf dem Weg geben…

1) Informiere dich genau!

 

Manche Firmen haben ein richtig gutes Marketing, da möchte man sofort mit einer Saftkur starten. Sieh dir die Produkte, die du kaufst vorher genau an. Lies dir die Zutatenliste und schaue, woher die Zutaten überhaupt stammen.

 

  • Kommen die Zutaten von weit her? Wie sieht es in diesem Land mit Bestimmungen für Pflanzenschutzmitteln, etc. aus?
  • Wie weit müssen die Zutaten transportiert werden?
  • Sind die Zutaten Bio-Zertifiziert?

 

Vergleiche verschiedene Anbieter miteinander und entscheide dann, was für dich das Richtige ist. Denn es macht keinen Sinn, seinen Körper von Giften befreien zu wollen und dann tagelang Säfte zu trinken mit Zutaten, von denen man die Qualität nicht kennt.

 

2) Sei dir bewusst, was eine Saftkur bewirkt

 

Wenn du eine Saftkur oder Ähnliches beginnst, sollte das auch in deinen Alltag passen. Bei jeder (Fasten-)Kur oder Diät nimmst du über einen gewissen Zeitraum weniger Energie zu dir als zuvor. Auf diese niedrige Kalorienzufuhr reagiert der Körper: es kann zu verändertem Schlafverhalten, Kopfschmerzen oder Migräne, Kreislaufbeschwerden, o.ä. kommen. Überleg dir daher, wann du mit einer solchen Kur beginnst (eher am Wochenende anstatt während der Arbeitszeit).

(Quelle: www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/heilfasten/)

 

 

Bei einer Saftkur kommt noch dazu, dass du eine große Menge an Fruchtzucker aufnimmst, die du wahrscheinlich nicht gewohnt bist.  Ein gesunder Mensch verträgt im Normalfall bis zu 50 g Fruktose pro Mahlzeit. Ein zu hohes Angebot an Fruktose könnte die Verdauungskapazität überfordern. Generell wird aus medizinischer Sicht langfristig eine möglichst geringe Fruktose-Zufuhr empfohlen!

 

(Quelle: jem.at/2016/expertenbericht/fruktose-im-fokus-von-gastroenterologie-und-hepatologie-645l/)

3) Kenne deine Ziele!

 

Wieso möchtest du eine Detox-Kur machen?

Aus wissenschaftlicher Sicht müssen wir unseren Körper nicht entsäuern. Ein Ungleichgewicht des Säure-Basen-Haushalts wird durch ausgeklügelte Puffersysteme des Körpers ausgeglichen. Säurebildende Nahrungsmittel wie Fleisch, Käse oder Eier haben nur Auswirkungen auf den pH-Wert im Urin (denn die Säuren werden über die Niere und den Urin ausgeschieden) und nicht in unserem Blut.

 

(Quelle: www.forum-ernaehrung.at/artikel/detail/news/detail/News/schluss-mit-uebersaeuerung/)
  • Eine beschränkte Kalorienzufuhr bedeutet nicht gleich Fettverbrennung! Beim Fasten werden zuerst die kurzfristigen Energiereserven angezapft. Das sind vor allem die Kohlenhydratspeicher in Leber und Muskulatur.
  • Bei einer Saftkur nimmst du sehr wenig Eiweiß auf. Eiweiß ist nicht nur wichtig, um Muskulatur aufzubauen, sondern auch, um sie zu erhalten!
  • Eine langfristige Gewichtsabnahme gelingt nur durch eine gezielte Ernährungsumstellung. Neben der Ernährung ist auch die Bewegung ein wichtiger Parameter. Ohne langfristig was dafür zu tun, wirst du dein Ziel nicht langfristig halten können.

Eine Erhöhung des Gemüse- und Obstverzehrs ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu begrüßen. Bei der Zufuhr von Gemüse und Obst in Form von Saft oder Smoothie gilt es allerdings zu bedenken, dass diese in ihrer flüssigen Form zwar Energie liefern, aber kaum sättigen. Zudem werden dem Körper auf diese Weise nur wenige Ballaststoffe zugeführt.

(Quelle: www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/entgiftungsdiaeten/?L=0)

 

Eine Detoxkur kann möglicherweise einen Einstieg in ein gesundes Essverhalten darstellen. Die DGE empfiehlt dies aber unter ärztlicher Aufsicht zu tun. Langfristig kann eine strenge Detox-Diät zu einem Nährstoffmangel führen wie etwa an Protein oder Fett.

Andere Lösung?

 

Wir wollen auf diesem Ernährungsblog keine Diäten oder Ansichtsweisen herabsetzen, jedoch objektive und sachlich richtige Informationen geben.

 

Eine schnelle Lösung, die für alle gilt, gibt es in der Ernährung nicht. Jeder Mensch ist individuell und hat eigene Bedürfnisse. Eine kurze Detox-Diät, um sich auf sich selbst und seine Bedürfnisse zu besinnen oder als Start in eine gesunde Ernährungsumstellung kann eine gute Möglichkeit sein.

Ein Beratungsgespräch bei einer Diätologin hilft, seine Ernährungsgewohnheiten zu optimieren und für sich selbst einen passenden „Fahrplan“ zu finden.

 

Allgemeine Infos findet man auch bei den jeweiligen Ernährungsfachgesellschaften, wie der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE).

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