Avocado, Ahornsirup und Fleur de Sel

Regionales Essen

 

…eine Eigenschaft, die in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat und für das mittlerweile mehr Bewusstsein in der Bevölkerung vorhanden ist als für biologisches Essen.

 

Laut einer Umfrage aus dem Frühjahr 2020 – also bereits vor Corona – gaben z.B. 85 % der Gastronominnen und Gastronome an, dass die Regionalität für ihre Gäste an Bedeutung gewonnen hat. Diesen Trend für biologische Produkte sehen die Befragten nur für 37 % der Gäste.

 

Die Coronazeit hat uns zusätzlich deutlich gemacht, wie essenziell es ist, Lebensmittel vor Ort zu produzieren, wenn Lieferketten plötzlich unterbrochen werden. Regionales Essen bedeutet aber auch, dass die Wertschöpfung im Land bleibt und wir heimische Betriebe unterstützen. Nicht zu vergessen ist auch der gesundheitliche Aspekt regionaler Lebensmittel: frisch gekaufte Produkte ohne lange Lieferketten enthalten mehr Nährstoffe.

 

Das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Regionalität und die tatsächliche Umsetzung sind aber leider oft zwei verschiedene Dinge. Ob wir wirklich regional essen, entscheidet sich nämlich beim täglichen Lebensmitteleinkauf.

 

Dass dieser Einkauf am regionalen Bauernmarkt das „Nonplusultra“ in Sachen Regionalität ist – dazu braucht ihr diesen Blogbeitrag nicht zu lesen. Wir möchten euch aber zeigen, wo das Bewusstsein für Regionalität seinen Anfang nimmt, auch wenn ihr im Supermarkt eure Lebensmittel einkauft.

Süßes

 

Regionale Süße kommt aus der Zuckerrübe und (meist) auch aus dem Honig. Aber Achtung: Nicht jeder Honig ist auch tatsächlich regional – ein Blick aufs Etikett lohnt sich. Weit gereist hingegen sind Ahornsirup, Agavendicksaft oder Reissirup.

 

Salz

 

Hier gibt es eine klare Empfehlung für österreichisches Steinsalz. Neben dem regionalen Aspekt ist hier der gesundheitliche Aspekt besonders wichtig: In vielen Meersalzen oder Fleur de Sel findet sich Mikroplastik in Form von winzigem Plastikgranulat oder Teilchen von Plastikfolie, deren Langzeitfolgen in unserem Körper unbekannt sind.

 

Obst

 

Der Apfel ist das Lieblingsobst der Österreicher – und den gibt es das ganze Jahr über regional. Platz 2 geht an die Banane. Eine Obstsorte, die ganz selbstverständlich bei uns im Obstkorb liegt, deren Herkunft aber meist aus Ecuador, Kolumbien, Costa Rica oder Panama ist. An Platz 3 steht die Erdbeere – in Österreich aber nur von Mai bis Juni saisonal.

Wichtig: Nur weil ein Obst grundsätzlich bei uns regional verfügbar ist, heißt das nicht, dass es auch tatsächlich von heimischen Produzenten im Supermarkt liegt. Ein Blick aufs Etikett gehört für uns genauso zum Einkauf dazu wie der Blick auf das Preisschild.

 

Manch exotische Obstsorten wie z.B. die Wassermelone werden mittlerweile auch schon im Miniformat in Österreich – genauer gesagt im Burgenland – produziert.

 

Da die Avocado die Beere des Avocadobaumes ist, gehört sie botanisch gesehen auch zum Obst. Avocados werden vor allem gelobt wegen ihren hochwertigen Fettsäuren, diese sind jedoch z.B. auch in Olivenöl enthalten. Gleichzeitig speichert dieses Fett der Avocados aber auch Pestizide, und neben dem langen Transportweg sind die Folgen durch den unglaublichen Wasserverbrauch der Pflanzen für die Regionen katastrophal. Wir sind froh, dass dieser unglaubliche „Avocado-Hype“ langsam wieder abflacht.

 

Öle

 

Die fünf in Österreich am häufigsten angebauten Ölpflanzen sind Raps (Rapsöl), Soja (Sojaöl), Sonnenblume (Sonnenblumenöl), Lein (Leinöl) und der Ölkürbis (Kürbiskernöl).

 

Rapsöl eignet sich hervorragend zum Braten und gehört zusammen mit Leinöl – das kalt verwendet wird – zu jenen hochwertigen Pflanzenölen die Omega-3-Fettsäuren enthalten. Auch wenn manche regionale Hersteller z.B. aus Chiasamen oder Erdnüssen Öle herstellen, ist es am hochwertigsten, wenn nicht nur die Verarbeitung, sondern auch das Ursprungsprodukt, aus der Region stammen.

 

Fazit

 

Das Thema Regionalität betrifft viele Kategorien von Lebensmitteln, wir haben hier nur ein paar herausgegriffen. Auch mit Griff zu heimischen Fischen (Forelle, Saibling, Karpfen), heimischen Getreidesorten (Weizen, Hafer, Roggen, Gerste oder Dinkel), regional angebautem Gemüse und der Unterstützung kleiner regionaler Betriebe in den Regionalregalen der Supermärkte kann ein Beitrag dazu geleistet werden, dass das Thema Regionalität noch mehr Bedeutung erhält.

 

Achtsamkeit beim Lebensmitteleinkauf heißt sich bewusst die Zeit zu nehmen und darauf zu achten, was im Einkaufswagen landet.

https://lustaufsland.at/bittere-luegen-des-suessen-honigs/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/680740/umfrage/umfrage-in-oesterreich-zum-stellenwert-der-herkunft-von-speisen-im-restauran/
http://www.marktmeinungmensch.at/studien/das-lieblingsobst-der-oesterreicher-2017/
http://summer-hof.at/mini-melonen/https://www.konsument.at/meersalz062018
Portrait von Hildegard (Ernährungsliebe)

Hildegard

Ernährungsliebe Plauderkasten

Aller Anfang ist schwer. Beginne mit kleinen Schritten und überlege dir zuerst, welche Lebensmittelgruppe du bei dir im Kühlschrank “regionaler” gestalten willst 🙂

Mehr Infos zu unseren Diätologinnen von Ernährungsliebe und ihren Ernährungsberatungen findet ihr auf www.ernaehrungsliebe.at.

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